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Ausklang des bundesweiten „Netzwerks Neue Musik“ in Köln
von Rainer Nonnenmann
Die Zahlen sind beeindruckend: Mit über dreitausend Veranstaltungen erreichte das von der Kulturstiftung des Bundes initiierte und vier Jahre lang geförderte „Netzwerk Neue Musik“ mehr als dreihunderttausend Besucher. Aufgebracht wurden dafür insgesamt 24 Millionen Euro zu gleichen Teilen vom Bund wie den aus 82 Bewerbern ausgewählten 15 Städten und Regionen des Netzwerks. Zum Abschluss des beschränkten Förderzeitraums von 2008 bis 2011 fand jetzt der bundesweite „Netzwerkausklang“ in Köln statt. Und das nicht umsonst.
„ON – Neue Musik Köln“ war und bleibt deutschlandweit eines der größten und aktivsten Netzwerke. Die hieran beteiligten 35 Partner veranstalteten jährlich mehr als 80 Konzerte, Tagungen, Vermittlungs- und Schulprojekte, Workshops und Fortbildungsprogramme für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und professionelle Musiker. Und der Zusammenschluss freier und institutioneller Kölner Ensembles, Vereine, Bildungsträger und Veranstalter neuer Musik hat beste Aussichten auf erfolgreichen Fortbestand dank weiter zugesicherter Förderung durch die Stadt Köln in Höhe von jährlich 150.000 Euro, wie Oberbürgermeister Jürgen Roters in einem Grußwort und Kulturdezernent Georg Quander bei einem Podiumsgesprächs bekräftigten.
Für Köln als Schauplatz des zentralen Abschlussfestivals sprach auch der Deutschlandfunk, der zusammen mit Deutschlandradio Kultur vier Jahre lang als Medienpartner für die bundesweite Abbildung und Berichterstattung der 15 Einzelnetzwerke sorgte. Im Kammermusiksaal am Raderberggürtel waren jetzt Konzerte des LandesJungendEnsembles Neue Musik Schleswig-Holstein sowie des Musikkurses einer Hamburger Schule zu erleben. Den Höhepunkt bildete die fulminante Aufführung von Iannis Xenakisʼ „Pléïades“ durch das Schlagquartett Köln und zwei weitere Schlagzeuger als Teil der viel diskutierten Kölner Konzertreihe „Schlüsselwerke der Neuen Musik“. Zum Programm gehörten ferner Referenzen an die Kölner Säulenheiligen der neuen Musik: Aufführungen von Karlheinz Stockhausens zwölf Tierkreismelodien vom Glockenspiel des Rathausturms sowie Mauricio Kagels „Zwei-Mann-Orchester“ in der Kunst-Station Sankt Peter.
Hauptsache neben zwei mühsam um Bilanzierung bemühten Podiumsdiskussionen waren im Foyer des Deutschlandfunks jedoch Informationsstände, Filmdokumentationen und Gespräche, mit denen sich die 15 Einzelnetzwerke präsentierten. Selten kamen in Köln so viele verschiedene Akteure der neuen Musik aus ganz Deutschland zusammen. Und selten hatte die Rheinmetropole so ausgezeichnete Gelegenheit, sich während dieser bundesweiten Abschlussveranstaltung als wiedererstarkte wichtigste Pflege- und Brutstätte der neuen Musik in Deutschland zu präsentieren.
Auch die Netzwerke in Augsburg, Kiel, Freiburg, Niedersachsen, Oldenburg und Rheinland-Pfalz werden mit kommunaler bzw. Landesförderung fortgesetzt. In Moers, Essen und dem Ruhrgebiet, Dresden, Stuttgart und dem Saarland wird man aus eigener Kraft zumindest einen Teil der Projekte fortzusetzen versuchen. Nur für die Initiativen in Berlin, Hamburg und Passau bedeutet das Ende der Bundesförderung das Aus. Das ist bedauerlich, und doch im Ganzen ein guter Schnitt. Offenbar hat das Netzwerk Neue Musik Bleibendes bewegt.
Aktuelle Termine
18.05.2012 19:00 Uhr
new talents 2012 // Musik
Kunst-Station Sankt Peter, Köln
Zum dritten Mal präsentiert new talents – biennale cologne künstlerische Positionen junger Absolventen aus den Bereichen Kunst/Medien, Film, Musik/Tanz und Design.






