Musik prospektiv

Radialsystem V: Erfahrungen, Meinungen

Folkert Uhde (Radialsystem V, Berlin)

Folkert Uhde präsentiert seine Sicht eines Zentrums für spartenübergreifende Künste am Beispiel des Radialsystems V, Berlin. In seinem Vortrag gibt er Ein- und Ausblicke wie ein Zentrum in privater Trägerschaft in der Verbindung von private-public partnership funktionieren kann. Uhde spricht über die Gründungsphase, Chancen, Risiken, Sachzwängen und Notwendigkeiten von Netzwerken, aber auch dass das was in Berlin derzeit erfolgversprechend funktioniert als ein 24/7 non-stop Betrieb, noch lange nicht in anderen Städten ein umsetzbares Erfolgsmodell sein kann. Berlin als Regierungssitz, Konferenzzentrum, internationale Drehscheibe für Kultur bietet mit dem Radialsystem V andere Voraussetzungen für die Vermarktung von „Mainstream Kultur“ mit wenig Platz für Experimente, die ökonomisch für solche einen Kulturwirtschaftsbetrieb nicht tragbar sind. Entscheidend ist die Auslastung der Infrastruktur kombiniert mit dem Ermöglichen von Ungewöhnlichen. Wenn Kunst und Kultur dabei eine schmückende Zugabe für Wirtschaft sowie Politik sein kann, sich dadurch neue Finanzierungsmodelle für den Kulturbetrieb im Radialsystem V durch Sponsoring ergeben, neue, tragende Ideen entwickelt werden, die Wirtschaftsunternehmen und Politik umwerben, es gelingt Entwicklungen anzustoßen oder in anderen Worten immer wieder außergewöhnliche Menschen für sich zu gewinnen, mit diesen Mosaiksteinen ist die Existenzgrundlage für eine gewisse Zeit gesichert. Nur für eine befristet Zeit, es bleibt unverändert ein instabiles, abhängiges Wirtschaftssystem, abhängig von den Personen die für das Radialsystem V stehen, abhängig von der Pflege, dem Ausbau der Geschäftsbeziehung genau so wie andere Modelle abhängig sind von Personen, persönlichen Vorlieben, Trends und wirtschaftlichen Gesamtentwicklungen die die Finanzierung mittels der sogenannten öffentlichen Hand bietet, einer Mischung aus lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Kulturförderungen in Verbindung mit immer „neuen“ Ideen. Am Beispiel des Radialsystem V zeigt sich ganz egal auf welcher Ebene ein Engagement für die Künste stattfindet, es ist häufig mit Selbstausbeutung bis zur Erschöpfung verbunden.  Dieses Kultursystem funktioniert solange wie es im Gespräch ist, in den Massenmedien wie Rundfunk und Fernsehen fortlaufend präsentiert wird. Das Radialsystem V ist eine Marke, die immer wieder aufs Neue vermarktet werden muss. Ökonomisch wünschenswert ist eine kostengünstig Präsenz am besten in Nachrichtensendungen, diese erreichen, auch international, ein unterschiedliches Publikum. Glückliche Zufälle sind immer wieder entscheidende Faktoren für erfolgreiche „Geschäftsideen“, sie entscheiden mit wie lange ein Modell tragfähig  bleibt.

                                                                  Georg Dietzler

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Inhalt

Vorwort

Zukunftsmusik

In Institutionen

Jenseits der Insitutionen

Künstlersicht

Medienkunst

Schlusswort

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Vorwort

Konferenz zu einem Zentrum für neue Musik und Medienkunst Köln: Fazit & Perspektive

Zukunftsmusik: Aufführungspraxis und Konzertstätten

Neue Aufführungspraxis: Das Konzert der Zukunft
Aufführungsorte für Musik: gewöhnlich - ungewöhnlich – außergewöhnlich
Architektur: Ansprüche, Hindernisse, Konzeption

Institutionelle Verankerunug: Bedürfnisse & Möglichkeiten

EMPAC – Planen und Bauen am Beispiel des Empac
MUMUTH: Integration von Institution, Kunst und Wissenschaft

Jenseits der Institutionen: Plattformen, Labors, Public-Private

Radialsystem V: Erfahrungen, Meinungen
Wunschraum-Klangtraum
Kunst, Technik Medien Crossover

Eine Künstlerische Perspektive aus dem Musiktheater

Komposition, Phantasie und künstlerische Wirklichkeit

Medienkunst: Transdisziplinarität, Kollaboration, Forschung

Impulse zum Performativen der Medienkunst

Schlusswort