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ZAM Labor - Das Konzept ist das Abenteuer

Ein erklärtes Ziel des Netzwerk ON – Neue Musik Köln ist es, die Entstehung eines Zentrums für (Neue) Musik in Köln zu erwirken. Alternativ dazu assoziiert die Kölner Initiative Zentrum für Aktuelle Musik - ZAM e.V. mit dem Zentrumsbegriff nicht mehr unbedingt einen festen Ort, sondern eher eine Gruppierung von Kräften, die sich auf ein stabiles Netzwerk stützt. ZAM e.V. ist eine Initiative von Musikern, Medienkünstlern und Veranstaltern, die sich szeneübergreifend der Verbreitung und Förderung aktueller Musik widmet.

Nach dem Pilotprojekt „computer .musik .instrument“ zur Musiktriennale 2007 startete im vergangenem Jahr mit dem „ZAM-Labor“ eine weiteres, langfristig angelegtes Projekt in Form einer Konzertreihe. Unter dem Motto „Das Konzept ist das Abenteuer“ geht es hier um verschiedene  musikalische Versuchsanordnungen: Ein Kurator denkt sich ein musikalisches Motto bzw. Thema aus und sucht dazu die passenden Musiker aus. Diese begeben sich für zwei Tage in Klausur, um ausgehend von diesem thematischen Assoziationspunkt - meist improvisatorisch - musikalische Ideen zu entwickeln, die am dritten Tag bei einem Live-Konzert aufgeführt werden. Dabei wird die Bühne zum eigentlichen Labor, denn präsentiert wird kein „Ergebnis“, sondern die Fortsetzung des in Klausur begonnenen Prozesses. Auf diese Weise soll Teilhabe des Publikums am musikalischen Experiment gewährleistet werden.

 Viermal hat das „ZAM-Labor“ 2008 an verschiedenen Orten in Köln stattgefunden. Die beteiligten Musiker, Schauspieler und Wissenschaftler wurden dabei mit sehr unterschiedlichen Situationen und Aufgabenstellungen konfrontiert: So standen sich beispielsweise verschiedene Zweckentfremdungen und Umdeutungen des Plattenspielers als Instrument gegenüber, wurden Musikern beim spielen die Gehirnströme gemessen oder Improvisationen anhand von spieltheoretischen Überlegungen geformt.

Da die Laboranten verschiedene ästhetische, soziale und professionelle Hintergründe mitbringen, besteht der Reiz dieser kurzen aber intensiven Arbeitsphasen im Hinterfragen der eigenen Positionen und der Konfrontation mit dem Fremden. Die gewohnten Strategien und Konzepte können im Kontext des ZAM Labores wirkungslos sein - die Situation erfordert neue Lösungen und beinhaltet das Risiko des Scheiterns. So sind die Aufführungen der Labore mit der Spannung geladen, die nur dem Unfertigen inne wohnt.

 Die Erfahrungen mit den durchgeführten Versuchsaufbauten werfen neue Fragen auf.

"Welche Strategien jenseits der Improvisation können in das Labor-Format eingebunden werden und wie?

Wie muss ein Thema beschaffen sein, um sowohl den Musikern als auch dem Publikum einen fruchtbaren Ausgangspunkt für Assoziationen zu liefern?

Welche Formen der Aufführung können gewährleisten, dass sich der Prozesscharakter der Labore auch dem Publikum vermittelt?"

 Wer die Labore nicht live erlebt hat, kann über das ZAM die CD „ZAM Labor Vol #1-#4 Dokumentation“ beziehen, auf der die musikalischen Ergebnisse der ersten Staffel auszugsweise festgehalten sind.

 Ende des Jahres wird es einen weiteren Versuchsaufbau des ZAM Labors geben.

 www.z-a-m.eu I info@z-a-m.eu

gezeichnet:  Zentrum für Aktuelle Musik - ZAM e.V.


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