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EINS / EINSZWEI

KONZERTORTE FÜR KÖLN

Der Kölner Komponist Manos Tsangaris ließ im letzten Jahr auf den Wittener Tagen für neue Kammermusik das Publikum in ein Schiff auf der Ruhr setzen, um es durch eine aufwendige Freiluftinszenierung zu schicken. Im Rahmen von sounding D im Jahr 2010, machte sich in Eisenach eine Gruppe von MusikerInnen unter der Leitung von Komponist Daniel Ott auf den Weg, zu Fuß, zu Rad und zu Boot die weitere Umgebung mit bewusst für die jeweiligen Stellen konzipierten Kompositionen zu erfüllen. Beide Aktionen führten zu ungewöhnlichen Aufführungs- und Hörsituationen im Konzertgeschehen der zeitgenössischen Musik.Aber auch wenn die Kompositionen eines Programms nicht auf einen bestimmten räumlichen Kontext zugeschnitten sind, lässt sich momentan die Tendenz ausmachen, unkonventionelle, zumeist junge neue Räume für Konzerte zu wählen, durchaus auch die Freiluftbühne. Woran liegt dies? Welche Rolle spielen dabei etablierte Konzertorte? Erhöht die Wahl eines hippen Raumes wirklich die Attraktivität fürs Publikum? In welchem Maße besteht ein Zusammenhang zwischen Programm und Raumauswahl?In Köln könnte man z.B. die Alte Feuerwache oder die Kunst-Station Sankt Peter als Konstanten im Bereich der Veranstaltungsräume für zeitgenössische Musik bezeichnen. In der ersten Oktoberwoche hat in der Nähe des Stadtgartens das Zimmermann’s eröffnet, ein offener Raum für Impro, Jazz, Elektronik und mehr, auch Kulinarisches. Die Praxis-Projektatelier Staab hingegen hat beispielsweise als Galerie und Ort für experimentelle Konzerte Ende 2009 den öffentlichen Betrieb eingestellt. Drei Kölner Veranstalter und Kuratoren geben in diesem Heft Einblick in ihre Wahrnehmung der Konzertortlandschaft in Köln. Jan Lankisch schildert seine Annäherung an die Musikstadt und wie es dazu kam, dass er inzwischen einen Großteil seiner Konzerte in der King Georg Klubbar umsetzt. Der Komponist hans w. koch legt in seinem Text den Schwerpunkt auf das Verhältnis zwischen Neuer Musik und Raum. Die Möglichkeiten „ortbezogener Musik intermedial“ werden von Georg Dietzler unter die Lupe genommen. In einem Interview spricht gRoBA-Mitbegründer Rodrigo López-Klingenfuss überseine Auswahl von Konzertflecken und schildert seine Sicht auf die Produktionsbedingungen in Köln. Des Weiteren stellen wir das diesjährige Konzept der Konzertreihe Schlüsselwerke der Neuen Musik sowie die neue ON-Veranstaltungsfolge Plattform für künstlerische Produktion vor. Undnatürlich gibt es in der Mitte des Hefts Termin um Termin.Ja, und auch wir stehen immer wieder vor dem Problem der Konzertortwahl. Das geht manchmal ganz flugs und manchmal ergeben sich unvorhersehbare terminliche und logistische Komplikationen. Da treten die hehren Ideale der Ortswahl schnell in den Hintergrund. Für dieses Jahr hoffen wir, ein gutes Händchen gehabt zu haben und wünschen viel Vergnügen bei der Lektüre des Hefts und dem Besuch unserer Veranstaltungen.

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